Tanzen im Teufelsmoor
- TANZTHEATRAL

- 15. Mai
- 2 Min. Lesezeit
15.05.2026
In der letzten Woche haben wir im Teufelsmoor rund um Worpswede sowie im Tanzstudio bei LebensArt intensiv gearbeitet und geforscht. Im Zentrum standen dabei Fragen nach Intuition, nach Formen aus der Natur und nach Symbolik – und vor allem nach der Weitergabe: der Weitergabe von Wissen, von Körperwissen und von Bewegung selbst.
Aus diesen Untersuchungen heraus sind verbindende choreografische Tools entstanden, die uns ermöglichen, Bewegung als geteiltes Wissen im Raum zu verstehen und weiterzugeben.
Ein besonderer Schwerpunkt lag außerdem auf der Arbeit mit der Vogelperspektive. Dieser veränderte Blick auf Bewegung und Raum hat unserer choreografischen Entwicklung eine ganz neue Farbe verliehen. Plötzlich wurde sichtbar, wie sich Linien verschieben, wie Muster entstehen, die im Erleben am Boden nicht sofort wahrnehmbar sind.
Spannend war dabei vor allem die Beobachtung, wie das choreografische Material an beiden Orten wächst – draußen in der Landschaft des Teufelsmoors ebenso wie drinnen im Studio.
In dieser Woche hat sich außerdem eine eigene, nicht hörbare Melodie zwischen uns entwickelt – eine Art gemeinsamer Rhythmus, der sich in unseren Bewegungen einschreibt und über Körperlichkeit spürbar wird. Als musikalisches Element haben wir ausschließlich einen Cabalonga Shaker verwendet, wodurch eine sehr reduzierte und konzentrierte Klangatmosphäre entstanden ist.
Zu Beginn und am Ende jedes Arbeitstages haben wir ein Ritual praktiziert: Jede Person hält dabei einen Stein und darf im Sprechen etwas aus dem Prozess teilen. Diese einfache Geste hat einen gemeinsamen Fokus geschaffen.
Die Arbeit im öffentlichen und landschaftlichen Raum war dabei auch organisatorisch herausfordernd: Es war nicht ganz einfach, eine Genehmigung für das Arbeiten im Naturschutzgebiet zu bekommen. Umso bewusster sind wir mit dem Ort umgegangen und haben versucht, die Natur so wenig wie möglich zu stören und uns als Teil des vorhandenen Raumes zu bewegen.
Am Sonntag haben wir unsere Arbeit schließlich im Moor geteilt – in einem Stuhlkreis an der Beek-Brücke. Dieser Ort hat dem Teilen eine ruhige, offene und zugleich sehr präsente Atmosphäre gegeben.
Auch im Rahmen unserer Videoaufnahmen haben wir verschiedene Orte getestet, um das choreografische Material filmisch weiterzudenken. Dieses Material wird nun in ein abschließendes Video einfließen.
Wir sind sehr zufrieden mit der positiven Resonanz auf die Woche und möchten das Projekt unbedingt weiterführen und vertiefen. Auf den Bildern teilen wir einige Eindrücke dieser intensiven gemeinsamen Zeit.








